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Alfonso Acosta

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Stil der Familie Acosta des Palo Canario.

Per: Alfonso Acosta Gil.

 

Dar wir weiterhin unserer Linie treu bleiben und Kampfkünste wiederdeleben bzw. ins rechte Licht rücken möchten, kommen wir diesmal nicht daran vorbei, Ihnen die westliche Kampfkunst des Kanarischen Stocks im Allgemeinen (eine ureigene Spanische Kunst) und den Stil der Familie Acosta im Besonderen vorzustellen.
Wie so oft in der Geschichte, wurde ein Familienstil dank eines außergewöhnlichen Mannes aus der Taufe gehoben, und dieser fungierte wie eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Zukunft.
Herr Marino ist ein einfacher und sehr bodenständiger Mann. Sein stolzer Block verbirgt nicht den Charakter des Kriegers, und er ist ein ausgesprochen redefreudiger, sympathischer und geselliger Mensch. Aus bescheidenen Verhältnissen und einer fleißigen Familie stammend, hat er die natürliche Weisheit jener übernommen, die mit der Natur und in der Natur leben, anstatt sich über diese zu erheben. Die gegerbte Haut und das spitzbübisches Lächeln seiner intensiv blickenden Augen zeigen einen Mann mit Herz, Verstand und ausgeprägtem Rechtssinn. Ein Juwel von Person, die mich sofort in ihren Bann zog.

Sein Stil ist einzigartig. Er benutzt einen kürzeren und leichteren Stock als andere Schulen, was nicht nur einen kräftigen Rhythmus der Bewegungen zur Folge hat, sondern auch eine größere Effizienz bei Angriffen und Verteidigungen. Die Stocksequenzen, denen sich diese Kämpfer aussetzen, lassen vielen Fechtern die Haare zu Berge stehen, auch wenn diese International bekannter sind.

Es handelt sich um einen Stil, der weit über die Folklore und Kuriosität hinausgeht. Wir sprechen über eine Kampfkunst, in der die Aufgabe heißt, den Gegner zu besiegen.

Wir machen an dieser Stelle also alle liebhaber des Stockkampfes aufmerksam - und keiner soll sagen, dass wir Sie nicht gewarnt haben! Gebt acht, wenn Ihr auf einen Kämpfer dieser Schule trifft! Hier....wird richting zugehauen!

 

 

Alfredo Tucci

Directtore Editoriale

BUDO INTERNATIONAL

 

 

Kanarischer Stock.

Familie Acosta von Teneriffa.

Eine Dynastie, Drei Jahrhunderte, Eine Tradition.

 

Die Kunst des Fechtens mit dem Stock ist eine der herausragenden dinge der Volkskultur der kanarischen Inseln. Seit die ersten Siedler der Inselndiese Kunst ausführten, wurde sie erhalten und weiter vererbt.

Diese Jahrtausende alte Kunst, einen Mischung aus Kampf und Folklore, sowie der Kultur der Ureinwohner (der Guanches; Anm. der Redaktion) hat sich mittlerweile in ein authentisches Symbol der Identität des Kanarischen Volkes verwandelt. Es ist eine Kunst, die sich als derzeit noch wenig ausgeübte Sportart im Aufwind mit großen Zukunftsaussichten befindet und ein lebendes Beispiel der Beständigkeit dieses Volkes darstellt, das seine Traditionen am Leben erhält.

Viele Chroniken aus der Zeit der Conquista (Eroberung) der Kanaren vor dem 15. Jahrhundert sprechen von ihren Angriffs- und Verteidigungstechniken. Die Stöcke wurden im Feuer gehärtet, und hinterließen blutige Spuren bei den Spanischen Truppen, die sersuchten, die Inseln zu kolonisieren. Nach deren Unterwerfung und Eingliederung ins Königreich Kastilien, verschwand der Gebrauch des Stocks durch die Verbote, welche die neuen Gouverneure erließen für einige Zeit, wollte man doch verhindern, dass sich die Einwohner mit den Stöcken in den Gemeinden und Städten trafen. Doch die Landbevölkerung übte sich weiterhin im Gebrauch des Stocks zur Selbstverteidigung, um Problemen bezüglich Eigentumsanspruch und Weidegründe zu begegnen, oder aber den Mut eines Störenfrieds abzukühlen und so die Probleme auf eigene Faust zu lösen. So war es Sitte, dass sich die Knechte jeder Familie trafen, um ihre Geschicklichkeit mit dem Stock auf den Dorffesten unter Beweis zu stellen. Oftmals mussten sie für Familienstreitigkeiten in richtigen Duellen herhalten Selbst wenn an jedem Ort gekämpft werdwn konnte, so war das Dorffest doch der beliebteste Ort dafür, konnte man doch auf diese Art und Weise erlittene Schmach auslöschen, seine Männlichkeitunter Beweis stellen oder aber um die Gunst einer Frau ringen. Und so heißt es, dass es für viele jener Männer "kein richtiges Fest war, wenn es keine Kämpfe auszutragen gab".

Die Zeit verging und die Landbevölkerung hütete eifersüchting ihre Kenntnisse im Schoße ihre Familien. Über vier Jahrhunderten hinweg vermittelten die Großväter ihr Wissen an die Enkel und diese wiederum an ihre Söhne. Marino Acosta Armas erbte diese Kunst von seinen Vorfahren, die Experten darin waren. Seine Familie stand immer in Verbindung mit allen Dingen, die als "Kanarisch" bezeichnet werden und noch immer sind: Ringen, Hunde- oder Hahnenkämpfe - und wie könnte es nicht anders sein: dem Stockkampf! Die Zeit hinterließ ihre Wirkung und so wurde Marino zum besten Kämpfer des traditionellen Familienstils der Acosta auf Teneriffa. Der Stil wird als einer der schnellsten und härtesten Stile angesehen.

Jeder Familienclan entwickelte einen eigenen Stil, um den Stock zu gebrauchen. Einige waren spezialisiert auf die lange Distanz, andere auf die kurne, und wieder andere übten sich darin, um gegen Blankwaffen zu bestehen. Derzeit sind folgende Stile bekannt: Deniz, Verga, Morales, Garafiano, Vidal, Conejero, Quintero und der Acosta.

Jeder der Stile zeigt andere Techniken. Dieser technische Reichtum und die Vielfältigkeit der Schulen und Stile sind Teil der großen Kultur und des kriegerischen Erbes der Kanaren.

 

 

 

 

Viele Kaampfkünstler Europas haben von den Künsten, die man auf den Kanarischen Inseln auszuüben pflegt, gehört. Die lautgewordenen Kommentare scheinen derzeit das Einzige zu sein, das auf die Existenz des Kanarischen Stock-kkampf hindeutet. Vielleicht liegt dies an der Tatsache, dass es keine asiatische Kampfkunst ist, und dass es keine graphischen oder audiovisuellen Aufzeichnungen gibt. Diese Kampfkunst schaffte es nicht, das Interesse der Gemeinde der Kampfkünstler zu wecken, denn niemand konnte sich vorstellen, dass nur wenige Kilometer von der Iberischen Halbinsel entfernt Meister existieren, die uralte und doch intakte Kampftecchniken auf hohem Nivea beherrschen. Viele sind der Ansicht, dass alles was weit weg ist, besser ist als das, was sich in der Nähe befindet. Ein Beispiel dafür ist eben der Kanarichen Stock, der sich zwar in unserer Nähe befindet, aber dennoch für viele ein Unbekannter ist. Es gibt Hinweise darauf, dass man durch die ausgewanderten Kanarier schulen auf Kuba und in Venezuela gründet, und daher ist es schwer zu verstehen, dass diese Kunst in weiten Teilen Spaniens völling unbekannt ist. Einige Meister, die nach Kuba auswanderten, um auf den Plantagen zu arbeiten, erzählen, dass viele Kubaner die Kunst des Stockkampfes erlernen wollten. Die Neuankömmlinge von den Kanaren verweigerten sich aber den Bitten der Kubaner, denn der Stock war die einzige Möglichkeit, sich gegen die kubanischen Macheten verteidigen zu können. Daher hatten die Kubaner auch so großen Respekt vor ihnen.

Die Meister lehrten innerhalb ihrer Familie und nur sehr selten auch ihnen persönlich nahestehenden Personen, wussten sie doch, dass eine Person, die den Stock sehr gut beherrscht, leicht gegen drei oder vier Menschen kämpfen kann, und somit auch gegen den eigenen Lehrmeister. Gab es Schüler, die zu ungeduldig waren, wurde ihnen nichts mehr gezeigt, war man doch der Ansicht, dass jener "nur kam, um zu wissen". Die Meister wussten, dass die Techniken in den Händen eines unreifen Schülers, der nicht den nötigen respekt und die Spiritualität mitbrachte, auf unehrenhafte und ungerechte Weise eingesetzt wenden könnten. Für viele von ihnen galt das Gesetz, dass "die Kraft ohne Spiritualität nur fohe Kraft ist".

Bei den Meistern handelte es sich meist um sehr verschlossene Menschen, die zahlreiche Techniken nie an lhre Schüler weitergaben, damit sie diese dann in brenzligen Situationen einsetzen und erfolgreich aus dem Kampf hervorgehen konnten. Es handelte sich also um das berühmte Ass im Armel, bestand doch immer die Gefahr, dass der Schüler seinen Meister übertrumpfen wollte. Diese geheimen Schlagtechniken mannte man "La ultima Punta" (der letzte Punkt), und man sagte: Den letzten Punkt unterrichtet man niemandem.

So wurde schrittweise und langsam unterrichtet, und man lies meist die favorisierte Technik des Meisters außen vor. es stimmt, dass die Welt des Kanarischen Stoks Mysteriös erscheint, gibt es doch viele Legenden und Geschichten, Aberglaube und Mißes doch viele Legenden und Geschichten, Aberglaube und Mißtrauen. Das Üben mit dem Stock war mit dem Gedanken an den Kampf verknüpft, und darüber hinaus war dieses Instrument auch noch verboten und wurde verfolgt. Daher zogen es die Meister vor, im Geheimen zu üben, und verbargen so vollständingihr Können und Wissen.

Es ist erstaunlich, wie auf diese Art und Weise auf allen Kontinenten zahlreiche Kampfstile entwickelt wurden. Jeder Stil hat seine Besonderheiten und Stärken, aber alle haben gemeinsame philosophische Aspekte. Der Kanarischen Stock ist in dieser Kriegstradition keine Ausnahme. So wie andere Künste, zählt auch hier die Figur des Meisters, eine Überlieferung innerhalb der Familie, eine eigene NomenKlatur, traditionelle Kleidung und vor allem eine Philosophie des Respekts und Okkultismus der Tradition. So verwundert es nicht, ass die Meister immer nur einige wenige Schüler auswählen, um ihnen ihr Wissen mitzuteilen.

 

 

Die Dynastie der Acosta.

 

 Des Ursprung des Stiles Acosta scheint der Gemeinde La Esperanza (die Hoffnung), Teneriffa um das Jahr 1800 zu liegen. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung des sogenannten Stockspiels jener Gegend, das verloren gegagen scheint. Die Weiterentwikklung wurde durch die Auswanderung einiger "Spieler" (Stockkämpfer) möglich, die den Kampf in der Nahdistanz aufnahmen, um sich gegen Blankwaffen besser verteidigen zu können. Die ältesten bekannten Meister sind Don Florentin Vera, Maximiliano Hernández Acosta, Leopoldo Acosta und Don Polo Acosta, geboren 1908. Diese gaben ihre Kunst an ihre Söhne Ramón Hernández Acosta (Sohn von Maximiliano) und Santos Acosta Acosta (Sohn von Don Polo) weiter, der aufgrund einer tragischen Körperbehinderung das Erbe wiederum an seine Brüder Pedro Acosta und Anastasio Acosta (Tato) weitergab. Der jüngste Bruder sah sich durch einen Arbeitsunfall ebenfalls einer schweren Körperbehinderung ausgesetzt.

Der Familienstil wartete nicht, bis der Diktator Francisco Franco verstarb, um aus dem begrenzten und sehr verschlossenen Kreis der Familie auszubrechen. Die aktiven Familienmitglieder trafen sich, um Fehler zu korrigieren, die Techniken und Übungen zu verbessern und die Bewegungen zu präzisieren, um andere Spieler übertrumpfen zu können.

Ende 1978 beschloß Marino Acosta zusammen mit seinem Vetter Pedro Acosta Acosta (ein weiterer Sohn von Don Polo) eine Gruppe von Schülern zu unterrichten, die keine Bande zu den Familien hatten. So wurden sie zu den ersten Meistern, die den Stil aus dem Schoß der Familie hinaustrugen, eine Neuheit, die garantierte, dass der Stil am Leben erhalten wurde. Seitdem wurden in verschiedenen Gemeinden Teneriffas Schulen gegründet, wie z.B. die Campitos, die persönlich von Don Marino und seinem Vetter Pedro geleitet werden.

Man findet Schulen in Valle de Guerra, Las Mercedes, Arafo, Santa Cruz de Tenerife, Puerto de la Cruz und seit kurzem auch in Cartagena (Murcia), wo die erste Schule entstand, die nicht von Alfonso Acosta selbst geleitet wird, der in Murcia geboren wurde und von den Kanaren stammt. Auch wenn der Stil in der Vergangenheit vom Aussterben bedroht war, so ist er heaute doch bei Marino, seinen Kindern und einer Gruppe von Schülern in den besten Händen, die sich voll und ganz dafür einsetzen, dass der Stil in all seiner Reinheit vermittelt wird.

 

 

Charakteristiken des Stiles Acosta.

 

Der Stil zeichnet sich besonders durch die antiken Techniken des Kurzstocks aus, wodurch er sich von den anderen Stilen der Inseln unterscheidet. Der von anderen Stilen verwendete Stock wird Langstock genannt, mit welchem nicht die einzigartigen und sehr verschiedenen Techniken des hier beschriebenen Kurzstocks ausgeführt erden können.Der Kampf mit dem Kurzstock charakterisiert sich u.a. durch seine spezielle Griffhaltung, das fast völlige Fehlen der Recogidos (weite und rundeTechniken), sowie durch die große und weiträumige Beinarbeit (Cuadras) und die Sprünge. Es dominiert die Nahdistanz und das  Agachado (techniken die von unterher eingeleitet werden). Häufig gibt es Atajado Pleno (blocks gegen den gegnerischen Stock) und man wechselt nicht die Waffenseite, sondern führt den Stock durch Atajao oder Dentro (von vorn und unter den Körper des Spielsers) von einer Deckung zur nächsten.

Auch wenn jeder Meister des stils der Acosta durch seine eigentümliche Handhabung des Stocks berühmt war, so hat doch Don Leopoldo Acosta (Don Polo) den Stil so beeinflusst, dass er seinen aggressiven und schnellen Ruf bekam. Er kämpfte gewöhnlich sehr geduckt ("agachado"). Er begann die Kämpfe mit einem Knie auf dem Boden (oder gar mit beiden), und von dieser Position aus schlug und stach er zu, wodurch er den aufrect stehenden Kämpfern große Schwierigkeiten bereitete. Wollte dieser eine Technik anbringen, kamer nicht umhin, die Arme zu öffnen, wodurch man nach innen einsteigen und den Gegner überraschen konnte. Darin war Don polo wahrlich ein Experte. Einige Spieler, wie z.B. Carlos Darias - der erste Meister, der nicht dem Familienstammbaum angehört - behalten diese eigentümliche Kampfweise von Don Polo noch immer bei. Wer ein Knie zur Erde bringt, ist besser geschützt, generiert mehr Gefahr und kontrolliert außerdem den Gegner.

Ist Don Polo als der Charismatischste Meister des Stiles bekannt, so ist Don Marino doch der beste aller Lehrer, um das wissen um die Angriffswinkel, die von den jüngeren Spielern vergessen wurden, und das als "juego por arriba" (Oberes Spiel) bekannt ist, zu lehren, ES ist nicht etwa so, dass den alten Meister (Don Polo und Don Maximiliano) dieses nicht bekannt gewesen wäre, aber sie führten es einfach nicht aus. Früher wurde eben unter den Stilen gekämpft, und so hat jeder seine Technik persönlich ausgebaut.

Die Schüler aus der Schule von Marino Acosta und einige der Familienmitglieder, die heute spielen, erlernen zu Beginn das Prinzip des Respekts und der Schuld, die zwischen ihnen und Santos, Pedro und Marino Acosta existiert, und jedem anderem Meister auch, der einen Großteil seines Lebenswidmete, um den Stil zu verbreiten bzw. zu verbessern. Dieser Artikel soll als Widmung und Anerkennung all jener Menschen dienen.

 

 

Der Kanarischen Stock ist eine ritterliche Kunst, die auf den menschlichen Werten basiert. Die Ausübung und Erhaltung lässt uns nicht nur mehr Kanarier, sondern auch bessere Menschen werden.

                                    

 

 


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